MindMap Gallery Klimapsychologie
This clear Klimapsychologie mind map mainly explains Hashtags related to climate psychology, the Climate Perception Model (GZM), and core statements (Hauptaussagen). The Hashtags section further explains the impact of climate change on human psychology and behavior. The GZM part discusses people's cognitive processes and psychological responses to climate change. The Hauptaussagen section elaborates on the core viewpoints and theoretical frameworks of climate psychology research.
Edited at 2021-06-15 11:36:36Klimapsychologie
Hauptaussagen
Soziale Normen - Der Einfluss der anderen
Eigentlich ist das gekonnte Einbeziehen und Kommunizieren von Normen sehr einfach. Der Grundsatz ist: Sprechen sich viele Menschen positiv für den Umweltschutz aus (Soll-Norm) oder verhalten sie sich umweltfreundlich (Ist-Norm), ist es sinnvoll, diese Meinungen und Verhaltensweisen auch hervorzuheben und z.B. in Informationsbroschüren anzusprechen oder in Videos zu veranschaulichen.Im besten Fall werden Soll- und Ist-Normen nur fokussiert, wenn sie für umweltschonendes Verhalten sprechen. Andernfalls sollten wir nach alternativen günstigen Normen suchen.
Persönliche Ökologische Normen
Das Modell, mit dem euch die psychologischen Einflüsse auf Umweltverhalten erklärt werden, ist eine Erweiterung des integrativen Einflussschemas umweltgerechten Alltagshandelns 51 von Ellen Matthies. Ihr Modell vereint zwei in der Psychologie sehr bekannte und viel verwendete Modelle: Die Theorie des geplanten Verhaltens 2 und das Norm-Aktivations-Modell 70. Diese Modelle wurden vielfach erprobt und wissenschaftlich untersucht – auch in Bezug auf Umweltschutzverhalten.a Das hier verwendete Modell unterliegt, genauso wie das Modell von Matthies, keiner wissenschaftlichen Gesamtmodell-Prüfung.51 Jedoch wurden die einzelnen Modellkomponenten der Theorie des geplanten Verhaltens und des Norm-Aktivations-Modells empirisch bestätigt. Unser psychologisches Verhaltensmodell soll vor allem helfen, Einflüsse auf das individuelle Umweltverhalten zu verstehen. Es ist kein Phasenmodell, in dem eine Stufe erreicht sein muss, um eine nächste zu ermöglichen,4 sondern ein Modell vieler Faktoren, die gegenseitig aufeinander einwirken können und die letztlich das Umweltschutzverhalten prägen.
Problemwissen
Verantwortungsgefühl
Wie fördern wir Verantwortungsgefühl? Eine empfehlenswertere Methode, um Verantwortungsgefühl langfristig zu stärken und Verhaltensänderung zu bewirken, ist die Vermittlung von umweltschützenden Werten. Unter Werten verstehen Psycholog*innen Leitprinzipien wie Freiheit, Gleichheit oder Umweltschutz, die als situationsübergreifende Ziele unterschiedlich wichtig sind und entsprechend wirken können. Wie wir zu einem Wertewandel beitragen können, erklären uns z.B. Crompton und Kasser (siehe Literaturtipps im Anhang). Auf weitere Strategien zur Stärkung des Verantwortungsgefühls werden wir in den folgenden Abschnitten eingehen. → Selbstaufmerksamkeit und kognitive Dissonanz Selbstaufmerksamkeit ist eine Methode, um das Verantwortungsgefühl zu stärken. Denn Selbstaufmerksamkeit bedeutet, dass wir bewusst handeln, 1.2 Verantwortungsgefühl – Eine Frage des Gewissens weil wir unser aktuelles Verhalten mit den Zielen, wie wir selbst sein möchten, abgleichen Sie lässt sich z.B. fördern, indem wir uns im Spiegel betrachten, durch Diskussionen über eigene Visionen und Ideale oder durch gezielte Fragen wie »In welchen Bereichen verhalte ich mich nachhaltig, in welchen möchte ich mich nachhaltiger verhalten?« und »Für welche Werte möchte ich eintreten und inwieweit tue ich es bereits bzw. nicht?«. Die zwei Fragen »Wer bin ich?« und »Wer möchte ich sein?« stehen sich im Prozess der Selbstaufmerksamkeit also gegenüber. Erhöhen wir die Selbstaufmerksamkeit von Menschen, spüren sie eventuell Unterschiede zwischen dem eigenen Verhalten und den verfolgten Werten – dann sprechen Psycholog*innen von kognitiver Dissonanz. Kognitive Dissonanz ist ein unangenehmer Spannungszustand, der in uns den Drang auslöst, gemäß unseren Werten zu handeln. Daraufhin werden wir versuchen, entweder unsere Werte dem Verhalten oder unser Verhalten den Werten anzupassen.
Fazit + Kognitive Dissonanz
Fazit: Selbstaufmerksamkeit und die dadurch ausgelöste kognitive Dissonanz unterstützen uns darin, unsere Werte mit unseren Handlungen abzugleichen und umgekehrt. Habe ich bereits umweltschützende Werte, so könnte ich mich daraufhin umweltschützender verhalten. Es kann aber auch sein, dass ich stattdessen umweltschützende Werte abwerte.
Selbstverpflichtung
Fazit: Verpflichten wir uns selbst für eine umweltschützende Handlung, so ist es wahrscheinlicher, dass wir sie dann auch ausführen. Selbstverpflichtungen sind besonders wirksam, wenn sie ausgeschrieben, öffentlich und freiwillig sind und mit Informationen kombiniert werden.
Selbstwirksamkeit:
Selbstwirksamkeit: verstehen Psycholog*innen die Gewissheit, eine Anforderung mit den eigenen Fähigkeiten meistern zu können – ganz nach dem Motto »Ich werde es schaffen«.6 Im Umweltkontext besteht Selbstwirksamkeit demnach aus Fähigkeiten, sich umweltschützend verhalten zu können, und einer Wahrnehmung der eigenen Kompetenz.
Handlungswissen
Handlungswissen sollte einfach und für die Zielgruppe relevant und nützlich sein. Im Training sollte Handlungswissen auf Vorwissen aufbauen und Übertragbarkeit fördern, sowie Positiv- und Negativbeispiele enthalten. Im besten Fall ist es auf die spezifische Handlungssituation der Zielgruppe zugeschnitten
(Verhaltens-)Kosten und Nutzen - Individuelle Hürden und Sprungbretter
Wie können wir (Verhaltens-)Kosten und Nutzen mit Umweltschutz vereinbaren?
Belohnung und Bestrafung
Nicht nur in der Psychologie ist schon lang bekannt: Verstärkungsmechanismen der Belohnung und Bestrafung sind für Verhalten wichtig. Verhaltensweisen, die belohnt werden, werden eher wiederholt.16 Verhaltensweisen, die bestraft werden, werden eher gemieden. Belohnt werden kann eine Handlung, indem sie eine positive Konsequenz hat oder indem eine negative Konsequenz ausbleibt. Bestraft werden kann sie, indem sie eine negative Konsequenz hat oder eine positive Konsequenz ausbleibt.
Verhalten bequemer machen
Aus den oben beschriebenen Wirkungen von Belohnung und Bestrafung können wir Grundsätze für die Gestaltung von Verhaltensveränderungen bei nicht-monetären Anreizen ableiten. Es ist z.B. besonders wichtig, Verhaltensweisen für die Handelnden möglichst bequem zu machen und hedonistische Bedürfnisse zu erfüllen.
Leidenschaften nutzen
Es ist sinnvoll, Umweltschutz mit der Ausübung von Interessen und Talenten zu verknüpfen.
Abwägungsprozess und Intention - Anlauf nehmen
Im Abwägungsprozess werden Kosten und Nutzen einer Handlung gegeneinander aufgewogen, um letztlich eine Entscheidung treffen zu können, und es fließen auch die persönliche ökologische Norm und soziale Normen mit ein.
Wie können wir den Abwägungsprozess unterstützen?
Bewusst reflektieren
Unterstützen wir die Reflexion der Vor- und Nachteile eines Verhaltens, so wird bewusster zwischen den Verhaltensoptionen abgewogen. Da dies nicht automatisch zu umweltschützendem Verhalten führt, ist die Kombination mit weiteren Maßnahmen nötig.
Achtsamkeit
Durch Achtsamkeit können wir uns der inneren Routinen bewusst werden und sie verändern. So kann der Abwägungsprozess bewusster erfolgen.
Intentionen
Eng mit dem Abwägungsprozess verbunden ist die Intention. Sie ergibt sich aus dem Abwägungsprozess, steht aber noch vor der Handlung. Die Intention ist die Absicht, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Wir können uns darunter eine Art Handlungsplan vorstellen. Beispielsweise kann ich die Absicht haben, von nun an überwiegend vegetarisch einzukaufen. Diese Absicht wird aber nicht automatisch in Verhalten umgesetzt, sondern ist Barrieren ausgesetzt, die das erwünschte Verhalten verhindern können.Wie können wir die Umsetzung von Intentionen fördern?
Ziele setzen
Bevor wir versuchen, unser Verhalten zu ändern, lohnt es sich, uns möglichst spezifisch zu fragen und darauf festzulegen, was genau unser Verhaltensziel ist.
Implementation Absichten
Implementation Absichten helfen uns, mit W-Fragen und Wenn-Dann-Sätzen ein Umweltschutzziel so sehr zu konkretisieren, dass wir es mit großer Wahrscheinlichkeit umsetzen werden.
Erinnerungshilfen: Prompts
Erinnerungshilfen: Prompts helfen uns, eine umweltschützende Absicht umzusetzen, indem sie uns als kleine Nachricht im richtigen Moment daran erinnern. Sie sollten zeitlich und räumlich nah, höflich, eindeutig und leicht auszuführen sein und sich auf das gewünschte Verhalten fokussieren.
Was folgt auf Umweltverhalten?
Verhält sich ein Mensch nicht umweltschützend, obwohl die persönliche ökologische Norm eigentlich für Umweltschutzverhalten spricht, entsteht ein unangenehmer Spannungszustand. Psycholog*innen nennen dies kognitive Dissonanz. Typischerweise werde ich versuchen, den unangenehmen Widerspruch zwischen meinen Werten und meinem Verhalten aufzulösen.Verhält sich ein Mensch umweltschützend, kann etwas eintreten, was in der Psychologie als Spillover-Effekt bekannt ist, Kleines Engagement schwappt sozusagen über und führt damit schrittweise zu einem größeren Engagement.→ Kleine Maßnahmen werden manchmal unterschätzt. Trotzdem ist ein Fokus auf Verhaltensweisen mit großem Umwelteinfluss sinnvoll.
Wie kann das Umweltschutzverhalten dauerhaft aufrechterhalten werden?
Selbstbelohnung
Selbstregulation stärken
(die Fähigkeit, mich selbst zu kontrollieren)Damit Umweltschutzverhalten dauerhaft aufrechterhalten wird, sollte es möglichst wenig Selbstregulation abverlangen. Tut es dies doch, sind Erholungsphasen wichtig.
Bei vielen Aspekten ansetzen
Sprechen viele der Modellkomponenten für Umweltschutzverhalten, wird es eher zur Gewohnheit.
Gewohnheiten - Alte Muster durchbrechen
Werden Gewohnheiten kurzzeitig, z.B. durch kritische Lebensereignisse, durchbrochen, ist die Zeit günstig für das Ausprobieren neuer und umweltfreundlicher Handlungsalternativen. Im besten Fall führt das neue Verhalten zu einer positiven Erfahrung, die vorherige Erwartungen übertrifft.
Emotione - Gefühle im Fokus
Positive Emotionen wie Freude, Hoffnung, Interesse und Liebe und negative Emotionen wie Trauer, Wut und Angst können für Umweltschutzverhalten sowohl Vorteile als auch Nachteile haben. Relevant in Bezug auf umweltschützendes Verhalten sind Emotionen, die im Moment der Handlung oder danach auftreten. Aber auch antizipierte Emotionen sind wichtig, denn sie treten vor der Handlungsausführung ein und nehmen so Auswirkung auf die Entscheidung, ob und wie ich mich verhalte. Es macht also einen Unterschied, ob ich davon ausgehe, dass die Handlung eher zu positiven oder zu negativen Gefühlen führen wird.
Wie unser Gehirn funktioniert
Ein Teil der Erklärung liegt in der Evolution. In der Frühphase ihrer Entwicklung bestand die tägliche Herausforderung der Menschen im Überleben. Die Gefahren waren konkret und unmittelbar. „Wir haben evolutionär nicht gelernt, mit einer Bedrohung wie dem Klimawandel umzugehen“, sagt Gerhard Reese, Professor für Umweltpsychologie an der Uni Koblenz-Landau. „Wenn wir in Gefahr sind, von einem Tiger gefressen zu werden, haben wir Reaktionsmuster. Wir können wegrennen. Für den Klimawandel gibt es kein Skript.“ Einige menschliche Denkmuster, die im Laufe der Evolution nützlich für das menschliche Überleben waren – etwa weil sie uns geholfen haben, Informationen zu filtern oder schnell zu reagieren – sind im Bezug auf den Klimawandel sogar hinderlich.Eine weitere Falle ist der „unrealistische Optimismus“. Studien haben gezeigt, dass Menschen für ihr eigenes Leben optimistischer sind als für andere. „Beim Klimawandel denken viele: Es wird mich schon nicht betreffen, vielleicht muss ich gar nicht aktiv werden“, sagt Reese. Dazu kommt der sogenannte „Zuschauereffekt“ – also das Gefühl, dass schon jemand anderes die Gefahr abwenden wird, zum Beispiel die Politik.
GZM
Was sind meine Motive?
Motive umweltschützenden Verhaltens → Warum ist dir persönlich Umweltschutz wichtig?Das Motiv geht weiter als nur der Umweltschutz → Warum ist dir es wichtig?
Was hält mich davon ab mich Klimafreundlicher zu verhalten?
Was kann ich tun um mich noch Klimafreundlicher zu verhalten
Einführung
Aktueller Anlass
Bundesttagswahl ist eine Klimawahl
Deutsches Klimaschutzgesetz ist in Teilen verfassungswidrig
Oder: Das Bundesverfassungsgericht gibt Verfassungsbeschwerden recht: Das Klimaschutzgesetz verstößt in Teilen gegen das Grundgesetz. (Auch Fridays for Nachdem der Verbandsvorstand in 2020 den Fokus auf das Jahresschwerpunktthema Heterogenität verbindet gelegt hatte und in diesem Zusammenhang u. a. mehrere anregende BDP Expert Talks entstanden, steht in diesem Jahr ein anderer Aspekt im Mittelpunkt: Mit Klima & Psychologie als Jahresschwerpunktthema 2021 bedient der Verband nicht nur die hochaktuelle Debatte um den Klimawandel, sondern stellt auch die besondere Rolle des Fachs innerhalb dieses Diskurses heraus. „Klimaangst“ ist dabei nur ein viel zitiertes Schlagwort, zu dem die Psychologie als Wissenschaft vom Erleben und Verhalten der Menschen ihre Expertise anbieten kann.Future hatten geklagt.
"Story"
Warum ist Psychologie im Umweltschutz wichtig?
Warum ist Psychologie im Umweltschutz wichtig? Es geht längst nicht mehr nur darum, effizienter zu produzieren. Für eine ganzheitliche ökologische und soziale Nachhaltigkeit braucht es darüber hinaus Konsumreduktion, Genügsamkeit bei gleichzeitiger Zufriedenheit und einen möglichst zügigen Wandel der menschlichen Lebensstile in den industrialisierten Gesellschaften. Es geht um individuelle und kollektive Verhaltensänderung – und damit um Psychologie.Hinter der Forschung und Anwendung von Psychologie im Umweltschutz liegen mehrere Annahmen, die auch für dieses Handbuch übernommen werden: Umweltprobleme sind menschengemacht. Viele Umweltprobleme der heutigen Zeit, wie z.B. Wasser- und Luftverschmutzung oder starker Rohstoff- und Energieverbrauch, sind menschlichen Ursprungs.64 Psychologie kennt den Menschen. Psychologie, die Lehre vom menschlichen Verhalten und Erleben, spielt eine zentrale Rolle im Umweltschutz, da sie wie keine andere Natur- oder Geisteswissenschaft menschliches Verhalten, Familienleben, Bildungsprozesse, Einstellungs-Verhaltens Beziehungen, Gruppeneinflüsse und Entscheidungsfindung untersucht.44 Individuelles Verhalten zählt. Nicht alle Menschen befinden sich in Positionen, in denen sie direkten Einfluss auf die Regierung oder Unternehmenspolitik nehmen können. Aber alle Menschen konsumieren, verbrauchen Energie und haben somit auch die Wahl, sich umweltbewusster zu verhalten.57Es braucht mehr als technologischen Fortschritt. Technologien können für sich keinen nachhaltigen Wandel schaffen. Sie müssen von Menschen übernommen und akzeptiert werden. Darüber hinaus wirkt ein wachsender Konsum den Effizienzgewinnen durch technologischen Fortschritt in vielen Fällen entgegen,was zu sogenannten Rebound-Effekten führt.53 Im Beispiel gesprochen: Ich kaufe mir ein energieeffizienteres Auto. Diese Tat scheint zuerst umweltschützend. Allerdings fahre ich jetzt vielleicht umso mehr, da ich dabei ein gutes Gefühl dem Umweltschutz gegenüber habe. So gehen potentielle oder bereits erzielte Energieeinsparungen wieder verloren. Darüber hinaus hat schon die Produktion des moderneren Autos Einführung 15 enorme Energiemengen verbraucht. Eine gesellschaftliche Veränderung hin zu suffizienteren, also genügsameren Lebensstilen ist deshalb nötig und mithilfe von psychologischem Wissen besser erreichbar. Umweltschutzmaßnahmen dürfen sich nicht auf reine Wissensvermittlung beschränken. Viele Umweltschutzaktionen haben das Ziel, eine Verhaltensänderung anzuregen. Dabei ist die häufigste Grundannahme, dass zusätzliches Wissen die gewünschte Verhaltensänderung herbeiführen könne. Wissen ist zwar meist eine gute Voraussetzung für Verhaltensänderungen – aber nicht hinreichend, da Verhalten von wesentlich mehr Faktoren beeinflusst wird.5 Daher ist ein komplexeres psychologisches Verhaltensmodell wichtig, das neben Wissensvermittlung weitere Motivationsfaktoren einbezieht.
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